Nichts hält ewig, auch Autoreifen nicht. Allgemein wird gesagt, dass ein Reifen nach acht Jahren ersetzt werden sollte. Schließlich ist er im Laufe der Jahre Reibung, Wetter und natürlichem Verschleiß ausgesetzt. Aber wie erkennen Sie das tatsächliche Alter Ihres Reifens? Das ist eigentlich ganz einfach: Genau hierfür gibt es die sogenannte DOT Nummer.

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DOT: Reifen Alter ablesen

In den 1970er Jahren führte das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten die DOT-Nummer ein. Die Abkürzung steht für das Ministerium, also Department of Transportation. Mit der Zeit entwickelte sich die DOT Nummer zum Standard und ist nun auf jedem Reifen zu finden.

Die DOT setzt sich immer aus vier Bestandteilen zusammen. So können Sie hinter den Buchstaben „DOT“ auf Ihrem Reifen das Werkskürzel, die Reifengröße und den Produktionszeitraum ablesen. Einfach gesagt können Sie so einfach erkennen, wann und wo der Reifen hergestellt wurde.

Nun aber zum Reifenalter: Das Reifenalter erkennen Sie anhand des DOT Symbols in den letzten vier Ziffern der Reihe. Ein Beispiel: Lauten die letzten Reifen DOT Nummern 4215, wurde der Reifen in der 42. Kalenderwoche in 2015 hergestellt. Damit Sie sich nicht den Kopf zerbrechen müssen, während Sie die DOT Nummer anstarren, haben wir hier eine einfache DOT Tabelle für Sie zusammengestellt:

KalenderwocheMonatJahrescodeJahr
01 – 05 Januar062006
06 – 09 Februar 072007
10 – 14 März082008
15 – 18 April092009
19 – 23 Mai102010
24 – 27 Juni112011
28 – 31 Juli122012
32 – 36 August132013
37 – 40 September142014
41 – 45 Oktober152015
46 – 49 November162016
50 – 53 Dezember172017

Wollen Sie also das Herstellungsdatum von Reifen ablesen, schauen Sie also nur auf die Seite Ihres Pneus und suchen Sie die Aufschrift „DOT“. Dann können Sie die Ziffern mithilfe unserer Tabelle zuordnen.

Ein weiterer Test um sicher zu gehen: Welche Bedeutung hat das auf dem Reifen angegebene Herstellungsdatum 1217? Die Antwort: Die 12. Kalenderwoche weist auf den Monat März hin und die 17 auf das Produktionsjahr 2017. Das Reifen Herstellungsdatum liegt also im März 2017.

Es kann allerdings auch vorkommen, dass nur 3 Ziffern am Ende der DOT Nummer stehen. Das bedeutet, dass der Reifen vor dem Jahr 2000 hergestellt wurde. Nur die letzte Ziffer deutet auf das Herstellungsjahr des Reifens hin. So kann die DOT Nummer 346 sowohl auf ein Reifen Produktionsdatum in 1986 als auch in 1996 hinweisen. Um das korrekte Jahrzehnt zu identifizieren, wurde für den Produktionszeitraum der neunziger Jahre das DOT Symbol in Form eines Dreiecks hinzugefügt.

Produktionsdatum in den 90er Jahren

Wie Sie sehen, können Ihre Reifen Datum und Ort ihrer Herstellung recht konkret angeben. Aber das Herstellungsdatum von Reifen erkennen ist nur ein Teil der Gleichung. Nun stellt sich die Frage:

Was bedeutet das Alter meiner Reifen?

Wie bereits erwähnt werden nur wenige Dinge im Leben mit dem Alter immer besser (wie Wein, zum Beispiel). Ob der Reifen nun dauerhaft befahren wird oder lange Zeit nur eingelagert wurde – Mit der Zeit machen sich Altersspuren auch am eingelagerten Reifen kenntlich:

  1. Licht und Wärme: Ist der Lagerungsort zu hell und warm, kann der Reifen vorzeitig altern. Das macht sich zum Beispiel durch Risse bemerkbar.
  2. Lage: Hier kommt es auf die Art des Reifens an. Ohne Felgen lagern Sie Ihre Reifen ideal stehend, während Reifen mit Felgen auch aufeinander gestapelt oder an einem Felgenbaum gestapelt werden können. Außerdem wird empfohlen, die Reifen (ohne Felgen) einmal im Monat zu wenden, da es sonst zu einer Unwucht führen kann.
  3. Feuchtigkeit: Das Gummi Ihres Reifens verträgt Wasser und Feuchtigkeit nicht gut und beginnt schneller zu altern, wenn er in einer Umgebung mit hoher Feuchtigkeit gelagert wird. Die Folgen von Wasserschäden können sehr gefährlich sein.


Neben diesen Faktoren bei der Einlagerung ist natürlich auch der Verschleiß durch die Nutzung der Reifen zu bedenken. Der wohl wichtigste Faktor für die Sicherheit und Fahrbarkeit von Reifen ist die Profiltiefe. Hinzu kommt natürlich noch der technische Zustand des Pneus. Hier sind es insbesondere der Abrief der Laufflächen (abgefahrenes Profil), Stärke und Regelmäßigkeit der Belastung (Pendler finden öfter Risse und Dellen in Pneu und Reifenmantel) und extreme Temperaturen (Gummi wird porös), die sich auf den Reifen auswirken.

Ein alter Reifen wird also eher weniger durch das tatsächliche Alter sondern seinen allgemeinen Zustand bestimmt. Wichtig zu wissen ist: In Österreich gibt es Vorschriften für die Reifenprofiltiefe. Diese müssen mindestens 1,6 mm vorweisen, obwohl alle Institutionen (z.B. ADAC oder TÜV) schon bei 3-4 mm zu einem Reifenwechsel raten.

Es gibt in Europa keine einheitlichen Regelungen für ein maximal zulässiges Alter von Reifen beim Verkauf. Nach Angaben der Europäischen Reifen- und Felgen-Sachverständigenorganisation (ETRTO) können Reifen bis zu einem Autoreifen Alter von fünf Jahren als neu gelten. Dabei ist aber Voraussetzung, dass die Reifen unter optimalen Bedingungen gelagert wurden.

Die Altersbezeichnung ist ein hilfreicher Standard, auf den man allgemein ein Auge haben sollte, insbesondere beim Kauf von Gebrauchtreifen. Die Frage „Wie alt dürfen Reifen sein“ ist also nicht unbedingt die richtige, denn gesetzlich gibt es keine genauen Vorgaben. Es gibt Experten, die bei hochwertigen Reifen eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren für möglich halten, doch wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, halten Sie sich an die Empfehlung des ADAC. Hier ist die Antwort auf die Frage „Wie alt dürfen Autoreifen sein“ meist sechs Jahre. Das Alter von Sommerreifen ist dabei genauso relevant wie das Winterreifen Alter.

Übrigens: Diese Informationen betreffen nicht nur Ihre Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen! Werfen Sie bei Gelegenheit auch einen Blick auf Ihre(n) Ersatzreifen